Ursprünglich von der Firma Centronics als Interface für die eigenen Drucker
entworfen, entwickelte sich die Schnittstelle schnell als allseits akzeptierter
Standard in der gesamten Druckerwelt. Die Norm IEEE1284 erweiterte die Centronics-Schnittstelle
um die Möglichkeit der Bidirektionalität. Hierdurch wurden auch Peripheriegeräte
wie Scanner, Netzwerkadapter für Notebooks, CDROM-Laufwerke, usw. anschließbar
und können somit von der hohen Übertragungsgeschwindigkeit der parallelen Datenübertragung
profitieren.
Leitungslänge
Durch die gleichzeitige, parallele Übertragung von 8 Bit werden bei der Centronics-Schnittstelle
sehr hohe Übertragungsgeschwindigkeiten möglich. Leider geht dieser Vorteil stark
zu Lasten der erzielbaren Leitungslänge. Die unsymmetrische Übertragung vieler
Signale mit sehr steilen Flanken in einem Kabel bedeutet gleichzeitig auch ein
hohes Maß an Nebensprechen. In Grenzen läßt sich diese Problematik durch den Einsatz
hochwertiger, paarig verseilter Kabel umgehen, bei denen jede aktive Signalleitung
mit einer auf Masse liegenden Ader im Verbund geführt . Die Praxis hat jedoch
gezeigt, daß - auch bei Verwendung solcher Spezialkabel - ab einer Kabellänge
von 5m eine sichere Übertragung nicht mehr unter allen Umständen gewährleistet
werden kann.
Übertragungsverfahren
Im Gegensatz zu seriellen Schnittstellen werden bei der parallelen Datenübertragung
alle 8 Bit eines Datenbytes gleichzeitig als massebezogener TTL-Pegel ("parallel")
über 8 Leitungen übertragen. Sobald der Sender die Daten ausgegeben hat, erzeugt
dieser einen kurzen Übernahme- ("Strobe"-) Impuls. Der Empfänger quittiert die
Verarbeitung der Daten durch einen "Acknowledge"-Impuls und signalisiert damit
die Bereitschaft zum Empfang neuer Daten.
Über die Strobe- und Acknowledge-Leitung hinaus verfügt die Centronics-Schnittstelle
noch über diverse Statusleitungen. Der Sender darf nur dann Daten senden, wenn
diese die folgenden Zustände aufweisen:
Busy
=
L:
Der Drucker ist zur Übernahme von Daten bereit
Paper Empty
=
L:
Es ist Papier im Drucker vorhanden
Select
=
H:
Der Drucker ist eingeschaltet und selektiert
Error
=
H:
Es liegt im Drucker kein Fehlerzustand vor.
Steuerleitungen des Druckers
Autofeed: Ein Low-Pegel auf diesem Eingang bewirkt, dass der Drucker
nach jedem Zeilen- Rücklauf-Befehl automatisch einen Zeilenvorschub durchführt.
Init: Ein Low-Impuls setzt den Drucker in seinen Grundzustand zurück
Select In: Die Bedeutung dieses Eingangs variierte früher von Druckerhersteller
zu Druckerhersteller. In der Welt der modernen, bidirektionalen Drucker wird diese
Leitung zur Richtungssteuerung des Datenflusses verwendet.
Leider wird die aktive Unterstützung der Status- und Steuerleitungen von den
Herstellern nicht einheitlich gehandhabt. Oftmals werden Statusleitungen wie z.B.
"ERROR" nur fest auf Ihren Freigabepegel verdrahtet. Im Einzelfall muß die jeweilige
Gerätedokumentation zu Rate gezogen werden.
Pinbelegung der Centronics- und der PC-Parallelschnittstelle: