Als einfach zu erlernende Hochsprache bietet
Visual Basic alles, was zum Programmieren von TCP/IP-Anwendungen nötig
ist. Damit ist Visual Basic auch ein beliebtes Hilfsmittel um Anwendungen
zu erstellen, die mit dem Web-IO Digital
kommunizieren. Zusätzliche Treiber oder DLLs werden nicht benötigt.
Mit dem folgenden Programmbeispiel können Sie Ihr Web-IO Digital
mit seinen Inputs und Outputs in einer Windows-Anwendung abbilden. Darüber
hinaus können Sie die Outputs des Web-IO schalten.
Sie haben noch kein Web-IO und möchten das vorgestellte Beispiel
einfach mal ausprobieren?
Kein Problem: Wir stellen Ihnen das Web-IO Digital 2xInput, 2xOutput
gerne kostenlos für 30 Tage zu Verfügung. Einfach Musterbestellung
ausfüllen, wir liefern das Web-IO zum Test auf offene Rechnung.
Wenn Sie das Gerät innerhalb von 30 Tagen zurück schicken,
schreiben wir die Rechnung komplett gut.
mit einer IP-Adresse versehen - mit WuTility
kein Problem
1. Zusammenstellen der verschiedenen Bedienelemente und Anzeigeobjekte
im VB-Form
Bei der Benennung der einzelnen Objekte ist es hilfreich, sinngebende
Namen zu verwenden. In diesem Beipiel beschreibt der erste Teil des Namens
die Art des Objektes und der zweite Teil die Funktion.
1. Programmstart
Einrichten der Bedienelemente
Die Gruppe mit den Bedienelementen für das Web-IO wird zunächst
für die Bedienung gesperrt. In der Statuszeile wird angezeigt,
dass noch keine Verbindung besteht.
Private Sub Form_Load()
fr_io.Enabled = False
bt_disconnect.Enabled = False
StatusBar1.SimpleText = "No Connection"
End Sub
2. Die Verbindungskontrolle
Einleiten der Verbindung
Durch Eingabe der IP-Adresse des Web-IO in das Textfeld ed_ip
und Klick auf den Button bt_connect wird der Verbindungsaufbau
gestartet.
Private Sub bt_connect_Click()
If ed_ip.Text <> "" Then
winsock1.RemoteHost = ed_ip.Text
winsock1.RemotePort = Val(ed_port.Text)
winsock1.Connect
End If
End Sub
Verbindungsaufbau
Für die Abwicklung des TCP/IP-Handlings wird das Winsock-Steuerelement
von Visual Basic benutzt. Dieses Steuerelement erlaubt es, bei Eintreten
verschiedener Verbindungszustände Prozeduren vorzugeben und zu
starten.
Verbindung kommt zustande
Sobald das Web-IO die Verbindung annimmt, führt das Winsock-Steuerelement
die entsprechende Prozedur aus. In der Statuszeile wird das Zustandekommen
der Verbindung angezeigt, die Bedienelemente werden zur Benutzung
freigegeben und der Disconnect-Button wird bedienbar. Der Connect-Button
wird für die Bedienung gesperrt.
Private Sub winsock1_Connect()
fr_io.Enabled = True
bt_disconnect.Enabled = True
bt_connect.Enabled = False
StatusBar1.SimpleText = "Connected to " + ed_ip.Text
End Sub
Trennen der Verbindung
Die Verbindung bleibt solange bestehen, bis sie vom Benutzer durch
Klick auf den Disconnect-Button beendet wird oder das Web-IO die Verbindung
beendet.
Private Sub bt_disconnect_Click()
winsock1.Close
fr_io.Enabled = False
bt_disconnect.Enabled = False
bt_connect.Enabled = True
StatusBar1.SimpleText = "No Connection"
End Sub
Auch in diesem Fall ruft das Winsock-Steuerelement eine
entsprechende Prozedur auf
Private Sub winsock1_Close()
fr_io.Enabled = False
bt_disconnect.Enabled = False
bt_connect.Enabled = True
StatusBar1.SimpleText = "No Connection"
winsock1.Close
End Sub
Verbindungsfehler
Auch im Fall eines Verbindungsfehlers führt das Winsock-Steuerelement
eine entsprechende Prozedur aus, die im Groben der Disconnect Prozedur
entspricht. In der Statuszeile wird zusätzlich die Winsock-Fehlernummer
mit ausgegeben.
Private Sub winsock1_Error(ByVal Number As Integer, Description
As String, _
ByVal Scode As Long, ByVal Source As String, ByVal HelpFile As String,
_ ByVal HelpContext As Long, CancelDisplay As Boolean)
fr_io.Enabled = False
bt_disconnect.Enabled = False
bt_connect.Enabled = True
StatusBar1.SimpleText = "ERROR " + Str(Number)
+ " : " + Description
winsock1.Close
End Sub
3. Bedienung und Kommunikation von Client-Seite
Sobald eine Verbindung mit dem Web-IO zustandegekommen ist, kann der
Anwender durch Bedienung der entsprechenden Programmelemente Kommandos
an das Web-IO senden.
Setzen der Outputs
Das Setzen der Outputs wird dem Anwender über zwei Checkboxen
cb_outputx ermöglicht. Das
Programm nutzt dazu das MouseUP-Ereignis dieses Objektes. Wird ein
Mouse Up, also ein Loslassen der Output-Checkbox registriert, führt
das Programm die entsprechende Prozedur aus und gibt - je nach dem
ob die Checkbox gesetzt ist oder nicht - das passende Kommando an
das Web-IO weiter.
Private Sub cb_output_MouseUp(Index As Integer, Button As
Integer, _ Shift As Integer, X As Single, Y As Single)
If cb_output(Index).Value Then
winsock1.SendData ("GET /outputaccess"
+ Trim(Str(Index)) + _
"?PW=" + ed_password.Text + "&State=ON&")
Else
winsock1.SendData ("GET /outputaccess"
+ Trim(Str(Index)) + _
"?PW=" + ed_password.Text + "&State=OFF&")
End If
End Sub
Output/Input-Status Abfragen
Den Status der Outputs und Inputs kann der Anwender durch Anklicken
des zugehörigen Buttons anfordern.
Private Sub bt_outputs_read_Click()
winsock1.SendData ("GET /output?PW=" + ed_password.Text
+ "&")
End Sub
Private Sub bt_inputs_read_Click()
winsock1.SendData ("GET /input?PW=" + ed_password.Text
+ "&")
End Sub
Counter abfragen Löschen
Auch die Zählerstände der input-Counter lassen sich abfragen
bzw. löschen.
Private Sub bt_counter_read_Click(Index As Integer)
winsock1.SendData ("GET /counter" + Trim(Str(Index))
+ _ "?PW=" + ed_password.Text + "&")
End Sub
Private Sub ed_counter_clear_Click(Index As
Integer)
winsock1.SendData ("GET /counterclear" + Trim(Str(Index))
+ _
"?PW=" + ed_password.Text + "&")
End Sub
Natürlich lassen sich auch alle Counter zeitgleich
lesen bzw. löschen.
Private Sub cb_counter_readall_Click()
winsock1.SendData ("GET /counter?PW=" + ed_password.Text
+ "&")
End Sub
Private Sub cb_counter_clearall_Click()
winsock1.SendData ("GET /counterclear?PW=" + ed_password.Text
+ "&")
End Sub
3. Datenempfang vom Web-IO
Auswerten und Anzeigen der empfangenen Daten
Alle Kommandos und Anfragen an das Web-IO werden mit einem Antwort-String
quittiert. Dabei haben die Antworten je nach Type einen spezifischen
Aufbau.
Für die Outputs: output;<Binärwert des Outputstatus im
hexadezimalen Format>
Für die Inputs: input;<Binärwert des Outputstatus im hexadezimalen
Format>
Für die Counter: counterx;<dezimaler Zählerstand>
oder counter;<dezimaler Zählerstand 0 >; <dezimaler Zählerstand
0 >; ...... wenn alle Counter auf einmal gelesen werden sollen.
Alle Antwort-Strings sind mit einem 0-Byte abgeschlossen.
Werden vom Winsock-Steuerelement Daten empfangen, ruft dieses die entsprechende
Prozedur auf.
Private Sub winsock1_DataArrival(ByVal bytesTotal
As Long)
Dim receivestring As String
winsock1.GetData receivestring
Select Case Left(receivestring, 1)
Case "i"
If (Val(Mid(receivestring, 7, 1)) And 1) =
1 Then
cb_input(0).Value = 1
Else
cb_input(0).Value = 0
End If
If (Val(Mid(receivestring, 7, 1)) And 2) =
2 Then
cb_input(1).Value = 1
Else
cb_input(1).Value = 0
End If
Case "o"
If (Val(Mid(receivestring, 8, 1)) And 1) =
1 Then
cb_output(0).Value = 1
Else
cb_output(0).Value = 0
End If
If (Val(Mid(receivestring, 8, 1)) And 2) =
2 Then
cb_output(1).Value = 1
Else
cb_output(1).Value = 0
End If
Case "c"
Dim tabpos
If Mid(receivestring, 8, 1) =
"0" Then
ed_counter(0).Text
= Mid(receivestring, 10, Len(receivestring) - 10)
End If
If Mid(receivestring, 8, 1) =
"1" Then
ed_counter(1).Text
= Mid(receivestring, 10, Len(receivestring) - 10)
End If
If Mid(receivestring, 8, 1) =
";" Then
tabpos = InStr(9,
receivestring, ";")
ed_counter(0).Text = Mid(receivestring,
9, tabpos - 9)
ed_counter(1).Text = Mid(receivestring,
tabpos + 1, _
Len(receivestring) - tabpos - 1)
End If
End Select
End Sub
Die Empfangsprozedur überprüft anhand des ersten
Zeichens der Empfangsdaten, ob es um Input-, Output- oder Counter-Meldungen
geht. Abhängig davon, wird z.B. festgestellt welcher Output welchen
Status hat. Bei den Countern ist es sowohl möglich, einzelne Zählerwerte
abzufragen, als auch alle Counter in einem Zug auszulesen. Die einzelnen
Zählerstände werden dann dezimal, mit Semikolon getrennt in
einem String ausgegeben.
4. Polling
Zyklisches Abfragen bestimmter Werte
Um auch eine automatische Aktualisierung der Anzeige zu ermöglichen,
wird ein Timer benutzt.
In Abhängigkeit der Checkboxen für Output-, Input- und Counter-Polling
werden die entsprechenden Informationen im eingestellten Intervall vom
Web-IO abgerufen.
Private Sub timer_polling_Timer()
If winsock1.State = sckConnected Then
If cb_output_polling.Value Then
winsock1.SendData ("GET /output?PW="
+ ed_password.Text + "&")
End If
If cb_input_polling.Value Then
winsock1.SendData ("GET /input?PW="
+ ed_password.Text + "&")
End If
If cb_counter_polling.Value Then
winsock1.SendData ("GET /counter?PW="
+ ed_password.Text + "&")
End If
End If
End Sub
Das gewünschte Intervall kann in das entsprechende
Textfeld eingegeben werden. Bei Änderung wird das Timer-Intervall
dann automatisch angepasst.
Private Sub ed_interval_Change()
timer_polling.Interval = Val(ed_interval)
End Sub
Natürlich kann das Web-IO auch so konfiguriert weden,
dass es von sich aus Meldungen zum Programm sendet, wenn sich an einem
der Inputs etwas ändert.
Das Beispielprogramm unterstützt
alle gängigen Funktionen des Web-IO im Kommando-String Modus, optimiert
für das Web-IO
2x Digital Input, 2x Digital Output. Für die anderen Web-IO Modelle
müssen ggf. Anpassungen am Programm vorgenommen werden. Weitere Programmbeispiele
zur Socket-Programmierung finden Sie auf den Tool-Seiten
zum Web-IO. Eine detaillierte Beschreibung zur Socketschnittstelle der
Web-IO Digital Modelle finden Sie im Referenzhandbuch.