Auf dem Betriebsgelände eines großen Industriekonzerns mit diversen Gebäuden sollte die
Betriebsdatenerfassung in der Verwaltung zentralisiert werden; neben den Daten der
Zeiterfassung wollte man hier u.a. Maschinenlaufzeiten sowie Steuerungs- und
Alarmmeldungen über die vorhandene TCP/IP Netzwerkinfrastruktur zugänglich machen.
Das Hauptproblem des Projektes waren die vorhandenen Gebäude älteren Datums. Zum
einen waren diese mit der Außenwelt nur über Standard-Telefonkabel verbunden, deren Bandbreite
keineswegs für heute übliche Netzwerkanwendungen geeignet war. Erschwerend hinzu kamen die teilweise
recht hohen Entfernungen (bis zu 1 km), die kein kupfergebundenes Ethernet ohne zusätzliche aktive
Komponenten überbrücken kann.
Die Entscheidung fiel für Com-Server imSLIP-Router-Modus, die über eine integrierte
RS422-Schnittstelle die benötigten Kabellängen mit einem Datendurchsatz von 115kBit/s überbrücken
können. Wie aus der Skizze ersichtlich ist, wurden auf diese Weise ausgelagerte TCP/IP-Subnetze
geschaffen, die ohne logische Einschränkungen in das Hauptnetz integriert sind.
Neben den im Vergleich mit anderen Lösungen geringen Kosten ergeben sich darüber hinaus
weitere entscheidende Vorteile:
Räumliche Flexibilität der steuernden PCs in der
Zentrale. Jeder an das Netzwerk angeschlossene Rechner kann mit entsprechender
Software und Zugangsberechtigung z.B. auf die Daten der Zeiterfassungsterminals
zugreifen.
Einfache Erweiterbarkeit. Weitere Teilnehmer können
jederzeit ohne Verkabelungsaufwand ins Netzwerk integriert werden.
Technischer Hintergrund:
Wie bereits aus der Bezeichnung "Serial Line Internet Protocol" erkennbar, bietet SLIP eine
Möglichkeit, IP-Datenverkehr einschließlich höherer Protokolle wie UDP oder TCP über eine serielle
Punkt-zu-Punkt-Verbindung zu übertragen. Aus Sicht des OSI-Modells arbeitet SLIP - wie auch Ethernet oder
Token Ring - auf physikalischer Ebene. Im konkreten Fall eines als SLIP-Router arbeitenden Com-Servers
bedeutet das - je nach Datenrichtung - den Ersatz des Ethernet-Protokoll-Rahmens durch
einen seriellen SLIP-Rahmen oder umgekehrt.