Applikation zum seriellen Com-Server:
Siemens Logo!® und Display Logo!® TD über das Netzwerk verbinden

Die auf wenige Meter begrenzte Leitungslänge für die Verbindung zwischen
einer Logo!® Steuerung dem Display Logo!® TD, lässt oftmals interessante
Anwendungsfälle scheitern. Mit Hilfe von zwei Com-Servern lässt sich
dieses Problem umgehen und die serielle Verbindung durch das Intra-/Internet
- räumlich fast unbegrenzt - tunneln. Schritt für Schritt erläutert
das folgende Applikationsbeispiel die notwendigen Einstellungen und Anpassungen
mit zwei Com-Servern Highspeed Industry,
Art. Nr. 58631.
Schritt 1: IP-Vergabe mit easy start!
Mit Hilfe weniger Klicks im Inventarisierungs- und Management-Tools WuTility
werden beide Com-Server zunächst mit IP-Adresse, Subnet-Mask und Gateway
in das jeweilige Netzwerk integriert.
Schritt 2: Hardware-Verbindung und -Einstellungen
Physikalisch erfolgt die Kommunikation über eine RS485-2-Draht-Verbindung
mit Echounterdrückung. Die entsprechende Einstellung des Schnittstellenmoduls
im Com-Server lautet wie folgt:
|
1
|
2
|
3
|
4
|
5
|
6
|
7
|
8
|
|
ON
|
ON
|
OFF
|
OFF
|
ON
|
ON
|
ON
|
OFF
|
Die Schalter 6 und 7 schalten hierbei das integrierte Widerstandsnetzwerk für
die Terminierung zu. Neben dem Leitungsabschluss für den Datenbus, sorgt
dieses für einen definierten Pegel während der hochohmigen Phasen
des Busses.
Da sich die Pinbelegungen der Siemens-Komponenten und der Com-Server unterscheiden,
muss swowohl zwischen Logo!® und Com-Server, wie auch auf der Gegenseite
zwischen Display und Com-Server spezielle Adapter erstellt werden. Alle hierfür
benötigten Informationen sind im Handbuch
des Com-Servers und den Unterlagen der Logo enthalten.
Schritt 3: Konfiguration der Com-Server
Serielle Parameter
Die Übertragungsparameter sind in Logo!® und Display ab Werk wie folgt
vorkonfiguriert und müssen entsprechend an beiden Com-Servern per Telnet-
oder Web-Management eingestellt werden:
| Setup Port 0 -> UART Setup -> ... |
| ... Baud |
= |
19200 |
| ... Data Bits |
= |
8 |
| ... Parity |
= |
Even |
| ... Stopbits |
= |
1 |
| ... Handshake |
= |
No |
Zur Gewährleistung, dass Datagramme des seriellen Protokolls möglichst
geschlossen, innerhalb eines Datenpaketes im Netzwerk übermittelt werden,
sollte die Option Network-Delay im Com-Server auf 20-30ms konfiguriert werden.
| Setup Port 0 -> TCP/IP Mode -> System
Options -> ... |
| ... Network Delay |
= |
2 (= 2 Ticks a 10ms) |
Betriebsart TCP-Client
Durch die Datentransparenz der Com-Server sind Detailkenntnisse des zwischen
Logo!® und Display verwendeten seriellen Protokolls nicht erforderlich.
Für die Wahl der Com-Server-Betriebsart ist lediglich von Bedeutung, dass
das Display die initiierende Seite der Verbindung darstellt, wodurch es sich
anbietet den hier eingesetzten Com-Server als TCP-Client zu betreiben. In diesem
Modus verbindet sich der Com-Server bei eingehenden seriellen Daten automatisch
mit dem im Setup hinterlegten TCP-Server-Port des Partner-Com-Servers an der
Logo.
Neben den netzwerkseitigen Basisparametern IP-Adresse, Subnet-Mask und Gateway
sowie den angeführten seriellen Einstellungen, müssen für den
TCP-Client-Modus folgende Konfigurationen vorgenommen werden:
| Setup Port 0 ->
TCP/IP Mode -> TCP Client -> ... |
| ...
Server Port |
= |
Local Port des TCP-Servers
(ab Werk = 8000 = Port A)
|
| ... Server-IP/URL |
= |
IP-Adresse bzw. URL
des Com-Servers an der Logo |
Diese Einstellungen für den TCP-Client-Modus werden NUR an dem Display-seitigen
Com-Server vorgenommen!
Befindet sich der Ziel-Com-Server (=TCP-Server) an der Logo!® im Internet
hinter einem DSL-Anschluss mit dynamischer IP-Adresse, muss als Ziel an Stelle
der IP-Adresse eine z.B. per DynDNS gehostete URL verwendet werden. In diesem
Fall muss am Client-Com-Server auf der Display-Seite ein DNS-Server eingestellt
werden. In dem für das Netzwerk auf Seiten der Logo!® zuständigen
Router müssen ggf. folgende Einstellugen vorgenommen werden:
- Per NAT muss der für die hier eingehende Verbindung verwendete TCP-Port
auf die IP-Adresse des Com-Servers an der Logo!® umgeleitet werden
- Wird WAN-seitig eine dynamische IP-Adresse verwendet, muss der Router über
einen Client für einen dynamschen DNS-Dienst wie z.B. DynDNS verfügen
und entsprechend konfiguriert werden
Reconnect nach Verbindungsabbrüchen /-unterbrechungen
Zur Vermeidung hängender TCP-Verbindungen z.B. nach Zwangstrennungen der
DSL-Verbindung oder Ausfall der Infrastruktur, sollte an beiden Com-Servern
die Keep-Alive-Funktion mit einem Zyklus von ca. 10s aktiviert sein:
| Setup SYSTEM -> Setup TCP/IP ... |
| ... Keep Alive |
= |
10 |
Siemens und Logo! sind eingetragene Warenzeichen der Siemens AG.
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