Birds flying high
USB-Infrarotkameras für vogelfreundliche Windenergie
Lokale Herausforderungen für den Betrieb von Windenergieanlagen (WEA)
Ein wachsender Anteil des weltweit produzierten Stroms stammt aus erneuerbaren Energien. Windkraft macht davon bereits einen fast zweistelligen Prozentsatz aus, Tendenz steigend. Denn die Energiegewinnung durch moderne Windkraftanlagen profitiert von der hohen Verfügbarkeit der Ressource Wind, ist mittelfristig wesentlich günstiger als der Betrieb konventioneller Kraftwerke und kommt mit ungleich weniger Umweltbelastungen aus. Doch das große Potential von Windkraftanlagen erfährt häufig praktische Einschränkungen, z.B. durch lokale Faktoren wie landwirtschaftliche Rahmenbedingungen und den Artenschutz.
Vogelschutz auf landwirtschaftlich genutzten Flächen
Grundsätzlich dürfen Windenergieanlagen nur dort errichtet werden, wo sie nicht den Lebensraum bestimmter Tierarten wie windenergiesensibler Vogelbestände stören. Dazu gehören etwa die Gebiete, in denen verschiedene Milan-, Falken- und Weihearten sowie Habichte, Uhus oder Kraniche vorkommen. Aber auch bestimmte Ereignisse in der Nähe von WEAs können jeweilige Populationen bedrohen, indem sie die Tiere anlocken und damit das Risiko von lebensgefährlichen Kollisionen erhöhen. Führen etwa landwirtschaftliche Maschinen Arbeiten auf Feldern und Wiesen aus, zieht das z.B. Wanderfalken, Rotmilane oder Störche an. Weil Ernte, Mahd, Bodenwenden etc. aber notwendig durchgeführt werden müssen, bedarf es einer Abstimmung zwischen landwirtschaftlichem und energieproduzierendem Betrieb. Gesetzlich vorgeschrieben ist deshalb die Abschaltung von WEAs während der genannten Ereignisse.
Automatisierte Abschaltung dank Wärmebildkameras
Zur Abstimmung von Betriebs- und Stillstandszeiten der WEAs sind Verträge und ständige Absprachen zwischen den Personen, die WEAs betreiben bzw. die umliegenden Flächen bewirtschaften, üblich. Da dieses Verfahren zeitintensiv und relativ unflexibel ist, vor allem aber unnötig hohe Ausfallzeiten mit sich bringt, hat ein Remscheider Automatisierungsexperte ein System zum automatisierten Vogelschutz entwickelt. Mit der Lösung “SELA” ermöglicht die ATEG Automation GmbH die automatisierte Erfassung landwirtschaftlicher Aktivitäten durch Wärmebildkameras. Die implementierte Software veranlasst eine Unterbrechung des WEA-Betriebs und stimmt die optimale Stillstandszeit auf die erkannte Ereignisart ab.
USB Device Server übermittelt Kameradaten an SELA-Software
Das SELA-System besteht aus nur wenigen Funktionskomponenten: Bis zu sechs Wärmebildkameras werden außen am Turm befestigt. Die Kameradaten werden zunächst jeweils an einen USB-Server übermittelt, weil die Strecke von den Kameras bis hin zum Switch ganz unten im Turm bis zu 40 m betragen kann, was die maximale Länge eines USB-Kabels um ein Vielfaches übertrifft. Die USB-Server garantierten die reibungslose Datenübertragung zwischen Kameras und steuerndem System auch über diese lange Strecke per Ethernet. Die Daten werden dann an die SELA-Auswertesoftware übermittelt und von der SELA-Steuerung verarbeitet. Letztere qualifiziert die Art der landwirtschaftlichen Arbeit, veranlasst einen entsprechend bemessenen Stillstand, protokolliert Betriebszeiten und versendet Statusmeldungen.
Automatisierungstechnik made in NRW
Wie wir selbst ist die ATEG Automation GmbH ein Bergisches Original: Mit ihrem Stammhaus in Remscheid ist sie Ansprechpartnerin für eine Vielzahl von Aufgabenstellungen rund um die Automatisierungstechnik in den Bereichen Fabrikautomation, Maschinen- und Anlagenbau, Verfahrenstechnik und Prozessvisualisierung. Wir freuen uns, seit über 20 Jahren mit der ATEG Automation GmbH kooperieren und die SELA Vogelschutzlösung mit unserem USB Server unterstützen zu dürfen.
Die lange Zusammenarbeit mit W&T schätzen wir besonders wegen des engagierten Supports: Waren wir einmal ratlos über eine Störung der Bildübertragung, hat das Support Team das Problem mit technischer Expertise und besonderer Einsatzbereitschaft schnell gelöst, sagt Stefan Glaubitz [CEO von ATEG Automation GmbH].