In vielen Fällen DIE Alternative: Internet statt gekündigter Standleitung
Viele serielle Geräte aus dem Bereich der Alarmtechnik, Fernwirktechnik,
Zeiterfassung etc. sind heute über gemietete Standleitungen und entsprechenden
Standleitungsmodems mit übergeordneten Systemen verbunden. Die Kündigung
dieser analogen Standleitungen durch die Deutsche Telekom spätestens zum
30.09.2009 stellt viele Anwender vor die Aufgabe einen adäquaten Ersatz
zu finden. Wie die Skizze zeigt, bietet sich hier die Nutzung des Internets
mit dem paarweisen Einsatz von W&T Com-Servern an.
Einfache Mitnutzung des - zumindest auf einer Seite - meist bereits vorhandenen
Netzwerkes
Räumliche Flexibilität der seriellen Geräte
Unabhängigkeit vom Anbieter des WAN-Zuganges
Box-to-Box-Modus
Im Box-to-Box-Modus bauen die Com-Server eine permanente TCP-Verbindung untereinander
auf, durch welche der Datenfluss der seriellen Geräte getunnelt wird. Alle
an den Com-Servern eingehenden seriellen Daten werden schnellstmöglich
über das Netzwerk zur jeweiligen Gegenseite übertragen. Aus technischer
Sicht arbeitet im Box-to-Box-Modus ein Com-Server als Master (=TCP-Client) und
der andere als Slave (=TCP-Server). Hierdurch muss der DSL-Router bzw. die Firewall
auf Seiten des Slave-Com-Servers lediglich in der Lage sein, WAN-seitig eingehende
Verbindungen auf eine bestimmte IP-Adresse des internen Netzwerkes weiterzuleiten
(Applikationsbeispiel NAT). Bei Leitungsunterbrechungen
oder -störungen sowie auch Spannungsausfällen etc., sorgen die automatischen
Recovery-Funktionen des Box-to-Box-Modus für einen schnellen Wiederaufbau
der Verbindung.
Voraussetzungen Box-to-Box-Modus:
WAN-seitig feste IP-Adressen an beiden DSL-Routern
Ein Router muss NAT-fähig sein, um WAN-seitig eingehende Verbindungen
auf eine interne IP-Adresse zu routen
TCP-Client-Modus
Stehen keine festen IP-Adressen zur Verfügung, kann als Alternative zum
Box-to-Box-Modus der TCP-Client-Modus verwendet werden. Hierbei wird einer der
Com-Server als TCP-Client konfiguriert, so dass er ausgehend vom Empfang serieller
Zeichen eine Verbindung zum per Hostnamen angegebenen Partner-Com-Server aufbaut.
Wie auch beim Box-to-Box-Modus steht anschließend ein bidirektionaler
transparenter TCP-Tunnel für den Transport der seriellen Daten zur Verfügung.
Der TCP-Client-Modus ist besonders für serielle Master/Slave-Protokolle
geeignet, bei welchen die Aktivität bzw. das Polling immer von einem Master
ausgeht, auf dessen Seite auch der als TCP-Client konfigurierte Com-Server installiert
wird. Als Voraussetzung für den Einsatz des TCP-Client-Modus muss der für
das Netzwerk des seriellen Slaves zuständige DSL-Router über die Möglichkeit
verfügen, Wechsel seiner IP-Adresse an einen dynamischen
Nameserver-Dienst wie z.B. DynDNS zu übermitteln.
Voraussetzungen TCP-Client-Modus:
Der/Die DSL-Router muss/müssen über einen Client für die
dynamische DNS-Aktualisierung verfügen
Ein Router muss NAT-fähig sein, um WAN-seitig eingehende Verbindungen
auf eine interne IP-Adresse zu routen
Box-to-Box-Modus in VPNs
Eine Alternative für den Ersatz analoger Standleitungen, stellt die Verbindung
der verschiedenen Standorte über VPNs (Virtual Private Network) dar. Den
vielfältigen Realisierungsmöglichkeiten für diese Art der Vernetzung
ist hierbei gemeinsam, dass zwei Netzwerke über das Internet verschlüsselt
miteinander verbunden werden. Aus Sicht der Teilnehmer kann ein VPN-Tunnel als
einfache Infrastrukturkomponente betrachtet werden, so dass bei der Einrichtung
des Box-to-Box- wie auch TCP-Client-Modus keine speziellen Punkte zu beachten
sind. Die Konfiguration erfolgt wie innerhalb eines gewöhnlichen Intranets.
Lediglich die von den Com-Servern verwendeten TCP-Portnummern müssen ggf.
durch den Systemadministrator in den Firewalls freigeschaltet werden.