Applikation zum seriellen Com-Server:
Com-Server ersetzen analoge Standleitungen
Viele serielle Geräte aus dem Bereich der Alarmtechnik, Fernwirktechnik, Zeiterfassung etc. sind über gemietete Standleitungenen und entsprechende Standleitungsmodems mit übergeordneten Systemen verbunden. Mit dem Wegfall analoger Standleitungen müssen Anwender umdenken und geeignete Alternativen finden. Die Nutzung des Internets mit Hilfe des paarweisen Einsatzes von Com-Servern ist hierbei natürlich eine der ersten Ideen und bietet einige Vorteile:
- Einfache Mitnutzung des meist bereits vorhandenenNetzwerkes
- Räumliche Flexibilität der seriellen Geräte
- Unabhängigkeit vom Anbieter des Internet-Zuganges
Box-to-Box-Modus
Im Box-to-Box-Modus bauen die Com-Server eine permanente TCP-Verbindung untereinander auf, durch welche der Datenfluss der seriellen Geräte getunnelt wird. Alle an den Com-Servern eingehenden seriellen Daten werden schnellstmöglich über das Netzwerk zur jeweiligen Gegenseite übertragen. Im Box-to-Box-Modus arbeitet ein Com-Server als Master (=TCP-Client) und der andere als Slave (=TCP-Server). Der Perimeter-Router auf der Seite des Slave-Com-Servers muss also in der Lage sein, WAN-seitig eingehende Verbindungen per NAT auf die gewünschte IP-Adresse im Intranet weiterzuleiten (Applikationsbeispiel NAT). Bei Leitungsunterbrechungen oder -störungen sowie auch Spannungsausfällen etc., sorgen die automatischen Recovery-Funktionen des Box-to-Box-Modus für einen schnellen Wiederaufbau der Verbindung.
Voraussetzungen Box-to-Box-Modus:
- WAN-seitig feste IP-Adressen an beiden DSL-Routern
- Mindestens ein Router muss NAT-fähig sein
TCP-Client-Modus
Stehen keine festen IP-Adressen zur Verfügung, kann als Alternative zum Box-to-Box-Modus der TCP-Client-Modus verwendet werden. Hierbei wird einer der Com-Server als TCP-Client konfiguriert, so dass er ausgehend vom Empfang serieller Zeichen eine Verbindung zum per Hostnamen angegebenen Partner-Com-Server aufbaut. Wie auch beim Box-to-Box-Modus steht anschließend ein bidirektionaler, transparenter TCP-Tunnel für den Transport der seriellen Daten zur Verfügung. Der TCP-Client-Modus eignet sich besonders für serielle Master/Slave-Protokolle, bei denen das Polling von einem Master initiiert wird. Auf dieser Seite wird der als TCP-Client konfigurierte Com-Server installiert. Voraussetzung für den Einsatz des TCP-Client-Modus ist, dass der Perimeter-Router auf der Seite des seriellen Slaves über die Möglichkeit verfügt, den Wechsel seiner WAN-IP-Adresse an einen dynamischen Nameserver-Dienst wie z.B. DynDNS zu übermitteln.
Voraussetzungen TCP-Client-Modus:
- Der/Die Perimeter-Router muss/müssen über einen DynDNS-Client verfügen
- Mindestens ein Router muss NAT-fähig sein
Box-to-Box-Modus in VPNs
Eine Alternative für den Ersatz analoger Standleitungen, stellt die Verbindung
der verschiedenen Standorte über VPNs (Virtual Private Network) dar. Den
vielfältigen Realisierungsmöglichkeiten für diese Art der Vernetzung
ist hierbei gemeinsam, dass zwei Netzwerke über das Internet verschlüsselt
miteinander verbunden werden. Aus Sicht der Teilnehmer kann ein VPN-Tunnel als
einfache Infrastrukturkomponente betrachtet werden, so dass bei der Einrichtung
des Box-to-Box- wie auch TCP-Client-Modus keine speziellen Punkte zu beachten
sind. Die Konfiguration erfolgt wie innerhalb eines gewöhnlichen Intranets.
Lediglich die von den Com-Servern verwendeten TCP-Portnummern müssen ggf.
durch den Systemadministrator in den Firewalls freigeschaltet werden.